Vincent Peirani Quintet in Erfurt

Vincent Peirani Quintet – Night Walker – World Summer Tour 2019

Vincent Peirani Quintet begeistert bei neuer Veranstaltungsreihe der Mediengruppe Thüringen „Jazz in the City“ in Erfurt.

Leise bis rockige Klänge und zudem eine völlig neue Interpretation des Jazz. Damit bildete Vincent Peirani am Freitag den gelungenen Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Jazz in the City“.

Frankreichs „Jahrhunderttalent“ überzeugte in einer lauen Sommernacht mit überragender Virtuosität und einem perfekt eingespielten Musiker-Quintett. Die begeisterten Jubelrufe aus den Zuschauerreihen brachen deshalb auch unter dem plötzlich einsetzenden Regen nicht ab.

Die Idee von Wieland Kniffka, dem Abteilungleiter Messen & Events bei der Mediengruppe Thüringen, Jazz-Größen aus Europa für die Erfurter Bühne zu verpflichten, mochte zunächst kühn erscheinen. Sie fiel aber sowohl bei dem Publikum als auch bei den Künstlern auf fruchtbaren Boden. „Jazz hat extrem viele Facetten. Und Jazz kann deshalb jeden mitreißen. Alt wie jung. Wir müssen es eigentlich nur schaffen, dass die Menschen uns einmal hören und erleben können. Und dafür braucht es wiederum nicht viel. Uns für die Musik, und dazu die Neugierde des Publikums“, erklärte auch Bandleader Vincent Peirani sein persönliches Verständnis von Jazz vor Beginn des Auftritts.

Tatsächlich erschienen dann am Freitag viele Hunderte Neugierige zum ersten Konzert der neuen Reihe „Jazz in the City“. Sowohl Enthusiasten als auch jene Wagemutigen, die es noch werden sollten. Bereits nach dem zweiten Lied der fünf Musiker riss das euphorische Tosen und Pfeifen aus dem Publikum dann auch nicht mehr ab. Selbst der nach 50 Minuten Konzertdauer einsetzende Regen ließ die Neugierigen swingend auf ihren Plätzen verweilen, teils mit Regenschirmen und im Poncho, doch nicht minder euphorisch.

Impressionen - Vincent Peirani Quintet 2019

Vincent Peirani Quintet - live bei "Jazz in the City 2019"

Die musikalische Freitags-Soirée im romantisch erleuchteten Kaisersaalgarten bewies zudem, dass moderner Jazz nicht kategorisierbar ist. Das französische Potpourri aus leichter Nachtmusik, romantischer Anmutung, schnellen Rhythmuswechseln und rockigen Interpretationen bis hin zu funkigen oder harmonischen Elektro-Ausflügen entwich einfach allen möglichen Schubladen.

Es gibt nur drei Musiker, die das Saxophon beherrschen, wie Emile Parisien

Nicht vergleichbar und herausragend zeigte sich an diesem Abend auch Bandmitglied und Saxophonist Émile Parisien, den das Publikum deshalb zu Recht mit anhaltendem Applaus durch den Abend trug. „Es gibt nur drei Musiker, die das Saxophon so beherrschen wie Émile“, kommentierte Jazz-Kenner und früherer Warner-Music-Europachef, Siggi Loch, die Darbietung Parisiens. „Und zwei von ihnen sind tot.“ Eine Meinung, die wohl auch alle Anwesenden des Abends so teilen werden. Wer Émile Parisien noch nicht live hören konnte, erhält dazu am 15. November noch einmal Gelegenheit. Da gastiert er als Leader der Gruppe “Jazz Animals” und einem Tribute an 80 Jahre Blue Note Records im Erfurter Zughafen.

Alle Konzerte der Reihe “Jazz in the City” im Überblick!